PropTechs brauchen Daten und Ansprechpartner

03.12.2020

Autor

Philipp J. Liebold

Philipp J. Liebold

Geschäftsführender Gesellschafter

brickalize GmbH

Blogbeitrag

In einer explorativen Studie haben die Unternehmen brickalize! und blackprint Booster gemeinsam mit der Technischen Hochschule Aschaffenburg PropTech-Unternehmen in den Mittelpunkt gestellt und zu der Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle sowie zu den Hürden dabei befragt. Heraus kamen insbesondere auch für die etablierte Immobilienwirtschaft spannende Ergebnisse.

Das Thema Digitalisierung ist dieser Tage omnipräsent. Gerade auf Veranstaltungen und Branchentreffen ist ihm nicht mehr zu entgehen. Auch betrachten diverse Studien und Analysen den Fortschritt von Immobilienunternehmen in dieser Hinsicht. Doch schnelle Innovationen und agile Entwicklungen aus einem großen Unternehmen mit etablierten Prozessen heraus sind in der Praxis nicht einfach und somit auch nicht die Regel. Vielmehr braucht es junge und ehrgeizige Teams mit einer hohen technischen Affinität. Und genau diese Teams kommen nicht in etablierten Unternehmen zusammen, sondern gründen StartUps, die dann mit neuen und digitalen Ansätzen die Branche vor sich hertreiben. In der Immobilienwirtschaft sind dies die PropTech-Unternehmen. Diese stoßen jedoch auf große Herausforderungen, wenn es darum geht, ihre Lösungen zu platzieren und zu implementieren. Genau damit befasst sich die PropTech Germany 2020 Studie. Die größte Hürde sehen die StartUps beim Zugang zu und der Auswertung von Daten. Aber auch mangelhafte Datenqualität und unstrukturierte Datenhaltung werden von Ihnen angeprangert. Aus ihrer Sicht haben viele Immobilienunternehmen erhebliche Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Tatsächlich sind es jedoch die PropTechs, welche IT-technisch topfit sind und größten Wert darauf legen, datenschutztechnisch sauber zu agieren. Eine größere Bereitschaft von Seiten der Immobilienwirtschaft, Daten in geregeltem Rahmen für PropTechs zur Verfügung zu stellen oder sie damit arbeiten zu lassen, kann somit eines der größten Hemmnisse der Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft abbauen.

Angst vor Disruption müssen Immobilienunternehmen indes nicht haben. PropTechs zielen gar nicht darauf ab, in Konkurrenz zur Brache zu treten, sondern liefern vielmehr digitale Lösungen für eine Verbesserung bestehender Prozesse in den Unternehmen. Und gerade hier helfen die Daten der Kunden weiter. So sind insbesondere für KI-gestützte Produkte enorm viele Trainingsdaten erforderlich, welche öffentlich nicht zur Verfügung stehen.

Weitere große Hürden stellen die heterogene Immobilienwirtschaft und ihr fehlendes Verständnis für die PropTech-Lösungen dar. So hat die Befragung ergeben, dass PropTechs sich kundenseitig qualifizierte Ansprechpartner wünschen, welche zum einen fachlich versiert sind und zum anderen auch Entscheidungsbefugnisse haben. Die Umsetzung dieses Wunsches hat für Immobilienunternehmen insofern große Potentiale, als dass entsprechende Stellen einerseits die Kommunikation mit PropTechs verbessern und andererseits die Adaption ihrer Lösungen leichter machen können.

Es gibt somit viele Stellschrauben, an denen Immobilienunternehmen drehen können und sollten, um PropTechs den Marktzugang und die Entwicklung ihrer Produkte zu erleichtern und damit im Ergebnis auch die Digitalisierung des eigenen Unternehmens und der Branche voranzutreiben. Erfreulich ist aber auch, dass die PropTechs untereinander immer mehr und immer öfter Kooperationen eingehen, um der Immobilienwirtschaft umfassendere Lösungen bieten zu können.

Die vollständige Studie finden Sie hier.